Glasbox im Fachwerk · Kaufbeuren

Dieses außergewöhnliche Einzeldenkmal war lange Jahre dem Verfall preisgegeben, unter einem dichten Baumbewuchs versteckt. Das Gebäude ein Teil der im Original erhaltenen Stadtmauer – wurde im späten Mittelalter als Lagerfläche der stadteigenen Bäckerei genutzt. Der Bäckerzehetstadel mit seiner winzigen Grundflächen von 5 x 5 m und drei Geschossen wurde als Büro für Individualisten entwickelt.

Das Konzept hierfür war mutig, innovativ und nur durch die enge Zusammenarbeit mit den Baurechtlern der Stadt und der Denkmalpflege möglich. Das Fachwerkgebäude wurde nahezu unverändert der neuen Nutzung zugeführt. Dabei wurde der Bestand gesichert, die Oberflächen wurden im Originalzustand belassen. Die für die neue Nutzung erforderlichen „Räume“ wurden über Glasboxen in die alte Struktur eingestellt. Die Treppe und die WC`s bestehen aus gefalteten Aluminium-Sandwichelementen.

Die technische Ver- und Entsorgung erfolgt durch außergewöhnliche Maßnahmen. Der Kanal- und Wasseranschluss erfolgt über das Nachbargebäude. Strom und Telefon wird über den neu angelegten Steg von der Straße zugeführt. Die Heizung in dem Gebäude wird über die Computeranlagen und ergänzend über Heizmatten im Fußboden sichergestellt. Die gesamte Stromenergie wird über Fotovoltaik auf dem Wohnhaus des Besitzers dargestellt.

Preise wie Denkmalschutzpreis, Energieprädikat, Architekturpreise bis hin zur Nominierung des Nike-Preises würdigen dieses Engagement.

 

Bilder  (c) Dagmar Flex