Kunsthaus · Kaufbeuren

Die ehemalige freie Reichsstadt Kaufbeuren ist geprägt durch ihre städtebauliche Struktur. Den früheren Spitalhof umfasste ein zweiflügeliges Gebäude als Solitär, an dessen Versatz ein Treppenturm mit Spitz angebaut war. Angegliedert war des Weiteren der Spitalstadel zur Lagerung von Lebensmitteln. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die alten Gebäude abgerissen.

Wie häufig in der Stadt, treffen auch an diesem Ort radiale Straßen auf ein rechteckiges Grundstück. Der Grundbaukörper des neu errichteten Kunsthauses orientiert sich an dieser für Kaufbeuren typischen, städtebaulichen Gegebenheit. Als eleganter Baukörper spielt es mit seinem Treppenturm auf die ehemalige Bausubstanz des Spitalgebäudes an. Auf die alten Fundamente platziert, zeigt das Haus seine auffallende Struktur: im Osten breit und behäbig, im Westen schmal und aufstrebend. Die Fassade des Turmes gestaltet sich als dreistufig ausgebaute Wetterhülle. Vom Erdgeschoss ganz in Glas gehalten, hebt sich das Obergeschoss durch massive geschlossene Sichtbetonwände ab. Ein Glasspitz löst den Turm gegen den Himmel auf.

Reduktion in Material und Formensprache prägen den Innenausbau der beiden Ausstellungsebenen und rücken so die Exponate in den Mittelpunkt. Mit einem neuen Podium für zeitgenössische Kunst wurde durch klare Architektur die ehemalige Anordnung der Gebäude auf dem Spitalhof neu interpretiert.

 

Bilder ©  Dagmar Flex