Haus am Ring · Kempten

Direkt am vielbefahrenen Schuhmacher Ring in Kempten wurden in den 60er Jahren eine Reihe Siedlungshäuser errichtet. Zur zeitgemäßen Erweiterung eines dieser Häuser wurde das Konzept entwickelt, Sockelgeschoss und Erdgeschoss zu erhalten und durch einen Holzvorhang zu ergänzen, der Durchblicke nach außen zulässt, gleichzeitig aber vor Einblicken und Lärm schützt. Die Stellung der Holzlamellen schirmt das Haus vor steilstehender Sonne ab, lässt aber tiefstehende Wintersonne hinein.

Der Westteil des Bestandes wurde oberhalb des Kellers abgebrochen und neu in Holzbauweise errichtet. Der hohe Grad an Vorfertigung half Zeit und Kosten zu sparen. Als Ergänzung zum Holzvorhang (unbewittert: rot – bewittert: grau) steht die Stahlverkleidung der Küchenbox (unbewittert: schwarz – bewittert: rostrot). Das Haus wechselt so durch weitgehend naturbelassene Oberflächen im Lauf der Jahre sein Farbenspiel.

Inzwischen ist der Stahl gerostet und strahlt in warmem Rotbraun. Das rotbraune Lärchenholz zeigt sich silbergrau und bestätigt den Entwurfsgedanken, einen städtisch wirkenden, grauen Kubus anstelle des immer schon solitär stehenden Gebäudes zu setzen.

 

Bilder (c)  Stephan Müller Naumann